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Vorstoss zur Wasserkraft am Alpenrhein

Erschienen am: Mo, 12.06.2017 · Erschienen in: www.sg.ch

Interpellation Rossi-Sevelen, Freund-Eichberg 

«Zukünftige Energieproduktion am Alpenrhein»

Am 21. Mai 2017 stimmten 52.2% der St.Galler Stimmbevölkerung „Ja“ zur Energiestrategie 2050 des Bundes. Kernbotschaft der Befürworter des neuen Energiegesetzes war der Ausbau der erneuerbaren Energie im schweizerischen Strommix und der Ausstieg aus der Kernkraft. Mit dem zukünftigen Wegfall der nuklear betriebenen Energieproduktion in der Schweiz entsteht eine Stromlücke, welche geschlossen werden muss. Nach Artikel 2 Absatz 2 des neuen Energiegesetzes ist bei der Produktion von Elektrizität aus Wasserkraft ein Ausbau anzustreben. Zudem ist gemäss Bundesrätin Doris Leuthard die Wasserkraft die beste Energie, welche wir in der Schweiz haben. Weiter sei sie sauber und einheimisch vorhanden, so die Bunderätin.

Mit dem Rhein, fliesst an der Ostseite des Kantons St.Gallen ein potenzieller Energielieferant der erneuerbaren Energiezukunft. Unterschiedliche Quellen kommen zu unterschiedlichen Zahlen im Bezug auf die potenziell mögliche Energienutzung. Verschiedene Projektskizzen schätzen das Stromgewinnungspotenzial des Alpenrheins zwischen Reichenau und dem Bodensee auf bis zu 1560GWh. Abschätzungen zeigen, dass mit dieser Energie rund ein drittel des gesamten Kanton St.Gallen, welcher knapp 500’000 (Stand 2015) Einwohner zählt, mit Elektrizität versorgt werden könnte.  

Aktuell beschäftigt sich die St.Galler Regierung hingegen damit, den Rhein im Raum Sarganserland und Rheintal grosszügig zu renaturieren. Sie verbaut damit jedoch die Möglichkeit, das energieerzeugende Potenzial des Alpenrheines zukünftig zu nutzen.

In diesem Zusammenhang bitten wir die Regierung um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1.     Welche Auswirkung hat das Votum der Bevölkerung zur Energiestrategie 2050 auf das Handeln der Regierung im Bezug auf die Gegenüberstellung von Stromproduktion und Natur- , Umwelt- und Heimatschutz?

2.     Ist die Regierung bereit, das Potenzial des Rheins zur Erzeugung elektrischer Energie zu nutzen und entsprechende Projekte zu unterstützen oder forcieren?

3.     Ist die Regierung bereit, Projekte wie zum Beispiel Rhesi zu sistieren und eine Auslegeordnung in der in dieser Interpellation behandelten Angelegenheit zu präsentieren? Wenn nein, warum nicht?

4.     Wie hoch schätzt die Regierung das Potenzial der Wasserkraft am Alpenrhein aber auch an allen anderen möglichen Standorten zur Produktion von Elektrizität durch Wasserkraft?

5.     An welchen anderen Orten im Kanton St.Gallen sieht die Regierung weiter Potential zur Förderung der Wasserkraft resp. ist bereit, Projekte zu fördern?

12. Juni 2017                                                      Rossi-Sevelen, Freund-Eichberg

www.sg.ch: Vorstoss zur Wasserkraft am Alpenrhein [PDF]

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