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Gibt es in St. Gallen Salafisten?

Erschienen am: Do, 08.08.2013 · Erschienen in: Zeitung Tagblatt Online

Gibt es in St. Gallen Salafisten?

In Zürich haben kürzlich Salafisten gratis Korane verteilt. Ist die ultrakonservative Strömung des Islamismus auch in der Ostschweiz aktiv? SVP-Politiker fordern Auskunft.

Regula Weik

ST. GALLEN. Die «Muslime der Schweiz» haben Ende Juli in Zürich zum wiederholten Mal gratis Korane verteilt. Da die Gruppe gleichzeitig Spenden gesammelt hat, interessiert sich nun die Polizei für sie. So berichtete die «Sonntags-Zeitung». Im Gegensatz zum Verteilen religiöser Schriften ist das Sammeln von Spenden meldepflichtig; die Salafisten hatten laut Zürcher Stadtpolizei versäumt, eine Genehmigung dafür zu beantragen. Vergangene Woche hat eine Gruppe auch in St. Gallen Korane verteilt.
Die Koranverteiler wollen mit ihren Aktionen nach eigenen Aussagen bei Andersgläubigen Vorurteile abbauen. Vergangenes Jahr hatten Salafisten in Basel für Aufmerksamkeit gesorgt, als sie in Schulen für Anhänger warben.

Wie viele wohnen in St. Gallen?

Nun hat der St. Galler SVP-Kantonsrat Mirco Rossi einen politischen Vorstoss eingereicht. Er fordert von der Regierung Auskunft über allfällige Aktivitäten der Salafisten im Kanton. Rossi und seine 15 Mitunterzeichner – allesamt Mitglieder der SVP – wollen zudem erfahren, wie viele Salafisten im Kanton beheimatet sind und ganz generell, wie viele im Kanton wohnhafte Personen dem radikalen Islamismus zugeordnet werden können.
Die Antwort der Regierung – so viel dürfte heute schon klar sein – wird die Interpellanten kaum zufriedenstellen, denn selbst schweizweit gibt es keine verlässlichen Zahlen zu den Salafisten.

«Dynamische Bewegung»

Das Bundesamt für Verfassungsschutz schätzt die Zahl der Salafisten in Deutschland auf drei- bis fünftausend. Der Salafismus ist laut Einschätzung des Verfassungsschutzes «die gegenwärtig dynamischste islamistische Bewegung» in Deutschland.

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